Medienpädagogik in unseren Kitas – Informationen für Sorgeberechtigte

Kinder wachsen heute in einer digitalen Welt auf – in den städtischen Kindertagesstätten begleiten wir sie dabei verantwortungsvoll, altersgerecht und gemeinsam mit Ihnen als Sorgeberechtigte.

Warum (digitale) Medienbildung schon in der Kita wichtig ist

Digitale Medien gehören ganz selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern – ob zu Hause, unterwegs oder im Alltag der Familie. Auch in unseren städtischen Kindertagesstätten greifen wir diese Realität auf. Unser Ziel ist es nicht, Kinder möglichst früh an Bildschirme zu gewöhnen. Vielmehr begleiten wir sie dabei, Medien bewusst, kreativ und altersgerecht kennenzulernen.

Medienbildung ist heute ein fester Bestandteil des Bildungsauftrags von Kitas. Sie umfasst sowohl das Lernen mit Medien als auch das Lernen über Medien. 

Kinder …

  • … lernen, Medien bewusst, sinnvoll und zielgerichtet zu nutzen
  • … entdecken Medien als kreatives Werkzeug (nicht für Konsum)
  • … erweitern ihre Ausdrucksmöglichkeiten: Erlebnisse erzählen, darstellen und verarbeiten
  • … machen erste begleitete Erfahrungen mit Technik, erlernen einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien und erwerben so Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation für Schule und Zukunft

Linktipp: Medien in der frühen Bildung – Praxis-Tipps für Pädagogen: Bildungsportal Niedersachsen

Unsere medienpädagogische Arbeit basiert auf klaren Grundsätzen:

  • Altersgerecht & kindzentriert: Medienangebote orientieren sich am Entwicklungsstand und den -bedürfnissen der Kinder.
  • Begleitet & reflektiert: Kinder nutzen Medien nie allein, sondern immer gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften.
  • Kreativ & aktiv: Kinder gestalten selbst – sie konsumieren nicht passiv.
  • Sicher & verantwortungsvoll: Datenschutz, Kinderschutz und der Schutz der Privatsphäre haben höchste Priorität.

  • Kein Ersatz für persönliche Beziehung
    Digitale Medien ersetzen keine Betreuung und pädagogische Beziehung. Kinder brauchen echte Begegnung, emotionale Sicherheit und persönliche Ansprache.
  • Keine Verdrängung anderer Bildungsbereiche
    Bewegung, freies Spiel, kreatives Tun, soziale Interaktion und Ruhezeiten haben im Kita-Alltag einen hohen Stellenwert. Digitale Medien ergänzen diese Angebote – sie ersetzen sie nicht.
  • Alters- und Entwicklungsgrenzen ernst nehmen
    Nicht jedes digitale Angebot ist für jedes Alter geeignet. Mediennutzung erfolgt dosiert, zeitlich begrenzt und angepasst an die Fähigkeiten der Kinder.

Für Kinder unter 3 Jahren gilt: Keine Bildschirmnutzung. Medienpädagogik findet hier z. B. über Gespräche, Bilderbücher, Musik, Hörmedien oder kreative Angebote statt.

In der Praxis bedeutet Medienbildung bei uns zum Beispiel:

  • Kinder nehmen Geräusche, Geschichten oder kleinere Gesprächssituationen auf.
  • Sie gestalten mittels Foto- und Film-Apps kreative Fotocollagen oder kleine Filme oder lassen gemalte Figuren „sprechen“.
  • Pflanzen, Tiere oder Naturphänomene können mit digitalen Hilfsmitteln und Apps zur Natur- und Umweltbildung entdeckt und erforscht werden.
  • Kinder experimentieren spielerisch mit ersten Programmierideen und nutzen altersgerechte Angebote zur Förderung von Konzentration und logischem Denken
  • Angebote zur Bild- und Buchbetrachtung, Erzählung von Geschichten oder Integration von (digitalen) Sprachaufnahmen in den Alltag unterstützen die Sprachförderung.
  • Durch den Einsatz von Monitoren / digitalen Bilderrahmen werden aktuelle Aktivitäten oder thematische Inhalte anschaulich dargestellt und bieten den Familien Einblicke in den Kita-Alltag und damit vielfältige Gesprächsanlässe.

Digitale Medien werden bewusst, zeitlich begrenzt und zu bestimmten Themen eingesetzt – immer eingebettet in den pädagogischen Alltag und in enger Begleitung durch die pädagogischen Kräfte.

In unseren städtischen Kitas nutzen wir ausschließlich Anwendungen und digitale Werkzeuge, die im Vorfeld nach klar definierten pädagogischen, technischen und rechtlichen Kriterien geprüft und freigegeben wurden. Sicherheit, Datenschutz und Kinderschutz stehen bei jeder Mediennutzung an erster Stelle.

  • Kein freier Internetzugang für Kinder und technische Schutzmaßnahmen 
    Die Geräte sind technisch abgesichert (z. B. durch Passwörter, eingeschränkte Zugriffsrechte oder spezielle Sicherheitsmodi), sodass Kinder nur die vorgesehenen Anwendungen nutzen können. Kinder können nicht unbeaufsichtigt auf Internetinhalte zugreifen. Digitale Medien werden ausschließlich begleitet durch pädagogische Fachkräfte genutzt.
  • Werbefrei & ohne Kaufanreize
    Eingesetzte Apps enthalten keine Werbung und keine In-App-Käufe.
  • Datenschutzkonforme Auswahl
    Es werden nur Anwendungen genutzt, die möglichst offline funktionieren, sparsam mit Daten umgehen und keine personenbezogenen Daten an Dritte weiterleiten.
  • Achtsamer Umgang mit Foto-, Audio- und Videoaufnahmen
    Aufnahmen erfolgen ausschließlich mit schriftlicher Einwilligung der Sorgeberechtigten und nur zu klar definierten pädagogischen Zwecken. Eine Weitergabe oder Veröffentlichung ohne Zustimmung ist ausgeschlossen.
  • Wahrung der Privatsphäre der Kinder
    Medienprodukte der Kinder werden respektvoll, wertschätzend und sensibel behandelt. Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz seiner persönlichen Daten und auf das eigene Bild.
  • Beachtung von Kinder- und Medienrechten
    Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und gesetzliche Vorgaben werden eingehalten. Kinder werden altersgerecht dafür sensibilisiert, dass auch Bilder, Musik oder Texte jemandem gehören.

Medienpädagogik leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Prävention: Kinder werden frühzeitig gestärkt und sensibilisiert. Sie lernen, dass persönliche Daten geschützt werden müssen, dass sie nicht alles von sich preisgeben sollen und dass sie sich bei Unsicherheiten oder unangenehmen Situationen jederzeit an vertraute Erwachsene wenden dürfen.

Konkrete Beispiele unserer digitalen Medienarbeit finden Sie in unserer Video-Galerie (in Kürze online).

Kinder machen ihre ersten Medienerfahrungen in der Familie. Deshalb verstehen wir Medienbildung als gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Kita.

Wir möchten Sie dabei mit Informationen, Austausch und praktischen Impulsen unterstützen. Einige Anregungen für den Familienalltag – angelehnt an unser medienpädagogisches Rahmenkonzept und bewährte Empfehlungen aus der Elternberatung:

  • Bildschirmfreie Zeiten bewusst einplanen
    Feste Zeiten ohne digitale Medien (z. B. beim Essen, vor dem Schlafengehen oder am Wochenende) geben Kindern Orientierung und fördern Ruhe, Spiel und Gespräche.
  • Gemeinsam statt allein
    Nutzen Sie Medien möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind. Sprechen Sie über Inhalte, stellen Sie Fragen und greifen Sie Erlebnisse im Alltag wieder auf. So wird Mediennutzung zu Beziehung und Austausch.
  • Klare Zeitabsprachen treffen
    Kurze, altersangemessene Nutzungszeiten helfen, Überforderung zu vermeiden. Dabei gilt: Auch Erwachsene sind wichtige Vorbilder im Umgang mit Smartphone & Co.
  • Vielfältige Alternativen anbieten
    Vorlesen, Basteln, Bewegung, freies Spiel oder gemeinsames Singen sind wichtige Gegengewichte zur digitalen Mediennutzung – und bleiben zentrale Lernorte für Kinder.
  • Interesse zeigen & Vorbild sein
    Kinder orientieren sich stark am Medienverhalten der Erwachsenen. Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien wirkt stärker als jede Regel.

Hilfreiche und geprüfte Informationen für Eltern finden Sie u. a. hier:

  • „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“
    Informationen, Kurse und Materialien zur altersgerechten Mediennutzung von Kindern (z. B. Tablet, Handy, Fernsehen und Apps): www.schau-hin.info
  • Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
    Praxisnahe Tipps zu digitalen Medien und Kinderschutz: www.jugendschutz-niedersachsen.de/medien/digitale-welten-was-nutzt-ihr-kind
  • Elterntalk Niedersachsen
    Austausch mit anderen Eltern zu Themen wie Medien, Erziehung und Alltag. Offen, Kostenlos und alltagsnah: www.elterntalk-niedersachsen.de
  • „Ran an Maus und Tablet“ (Medienanstalt Hessen)
    Verständliche Informationen zu Medienerziehung, geeignete Apps sowie zu rechtlichen Fragen rund um Kinder und Medien:
    www.rananmausundtablet.de
  • klicksafe – EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz
    Tipps, Materialien und Hilfen für Eltern, um Kinder sicher durch Internet, Apps und soziale Medien zu begleiten: www.klicksafe.de

Wichtig: Jede Familie findet ihren eigenen Weg. Die städtischen Kitas verstehen sich hier als beratende und unterstützende Partner – sprechen Sie uns gerne an.

Unser Fazit

Medien gehören zur Lebenswelt der Kinder – wir nehmen sie ernst und begleiten Kinder achtsam, kompetent und verantwortungsvoll. Gemeinsam mit Ihnen als Sorgeberechtigte möchten wir Kinder stark machen – für eine digitale Welt mit Maß, Sinn und Sicherheit.